Schaden: mehr Marken, mehr Technik, mehr Standzeit

Mehr Modellvielfalt, komplexere Assistenzsysteme und teurere Werkstattstunden machen Schäden im Fuhrpark planungsintensiver – die Standzeit wird oft zum größten Kostentreiber.

Schaden und Versicherung

Fuhrparkmanagement

Das Wichtigste in Kürze

  • Karosserie- und Lackbetriebe geraten durch Modellvielfalt und Teilebeschaffung stärker unter Druck.

  • Österreichische Werkstattstundensätze liegen laut Kfz-SV-Union teils deutlich über 150 € netto.

  • Assistenzsysteme verteuern Reparaturen durch Kalibrierung und Spezialprozesse.

  • Für Fuhrparks ist die Standzeit oft teurer als die reine Reparaturrechnung.

Werkstätten geraten stärker unter Druck

Der deutsche Bundesverband der Partnerwerkstätten warnt Anfang August, dass Karosserie- und Lackbetriebe an der Modellvielfalt ersticken. Der Aufwand beginnt lange vor dem ersten Handgriff: Reparaturvorgaben prüfen, Bauteile eindeutig bestimmen, Verfügbarkeit klären.

Vor allem die Teilebeschaffung wird zum Engpass – unterschiedliche Bezugswege, herstellerspezifische Vorgaben und teils lange Lieferzeiten verlängern die Standzeit.

Die Kostenseite ist messbar

In Österreich liegen die durchschnittlichen Werkstattstundensätze laut Kfz-SV-Union bei rund 187 Euro netto für Lackier-, 184 Euro für Spengler- und 153 Euro für Technikerarbeiten, in Wien jeweils rund 10 % darüber.

Aus Deutschland gibt es die längere Zeitreihe: Dort ist der durchschnittliche Pkw-Sachschaden in der Haftpflicht laut GDV auf rund 4.250 Euro gestiegen – fast 60 % mehr als 2017. Ein Frontscheibentausch kostet mit Assistenzsystemen rund 15 % mehr, weil Kameras neu kalibriert werden müssen.

Die Standzeit gehört in die TCO

Der teuerste Posten ist meist gar nicht die Rechnung, sondern die Standzeit. Bei der Beschaffung neuer Marken lohnt daher eine Frage, die im Angebotsvergleich selten vorkommt: Kann die Werkstatt, die den Schaden abwickelt, die verbauten Assistenzsysteme überhaupt selbst kalibrieren?

Wir bringen Schadenprozess und Werkstattkonditionen gerne in eure TCO-Rechnung ein, statt nur die Leasingrate zu vergleichen.

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Quellen und Informationsstand

Stand: 6. August 2026. Grundlage sind die genannten Quellen von autoservicepraxis, Kfz-SV-Union, GDV und ADAC.

  • autoservicepraxis – Mehr Marken, mehr Aufwand: Warum K&L-Betriebe unter Druck geraten

  • Kfz-SV-Union – Werkstattstundensätze Österreich

  • GDV – Kfz-Reparaturkosten bis 2040

  • ADAC – Gestiegene Reparaturkosten im Vergleich